Auf dem Wochenmarkt am Maybachufer sprach mich heute die unterbezahlte Ansprecherin eines Ökostrom-Lieferanten an: Man müsse über umweltverträglichen Ökostrom sprechen! Mit mir. Ausgerechnet heute. Jetzt. – Ich brummte nur. Doch sie blieb nicht etwa an ihrem Ständchen stehen, sondern lief rechterhand neben mir her und ließ ihren auswendig gelernten Marketing-Psalm ab. Der Bio-Strom von Konkurrenten sei ja zwar schon nicht schlecht, aber der Sonne-, Wind und Scheiße-Strom von XYZ sei wirklicher, echter und zu hundert Prozent realer Ökostrom vom Kraftwerk bis zur Dose.
Ich gab zu Protokoll, hier im Gehen und Stehen nix zu unterschreiben. Sie, rhetorisch basisgeschult, gab, schon leicht gereizt, zurück, nein, das verlange sie ja gar nicht; – alles was sie verlange, sei „ein nettes Gespräch und dann noch ein zweites nettes Gespräch…“ Ich äußerte, ich sei heute aber leider überhaupt gar nicht gesprächig; und außerdem: „Man muss den billigen Atomstrom unterstützen, solange es ihn noch gibt!“ – Ihre hier einsetzende Schnappatmung gab mir die nötigen zwei Schritte Abstand…