~Von dene Saufkoeppen A.D. 2o16~

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Neyn, besonders merckwuerdig sind ja die Teutschen, und inzbezondare deren blasz-roth angelaufnes Mannsvolck heuer gewesn, wie zie dar am Tage des Herrn Jesu Auffahrt dene geystichen Truenke wol zusagten, dasz es einem stattlichen Manne, dere in Safft und Bluete stehet und von dene Academien ueber Cultura & Welte viel und wol gelernet hat – wie onsereinam, diez meinet den Verfasser daselpst! – Angst und Bange ums Menschenthume ward! – Doch in Reih!

Wo ich mich auch, da ich heuer zu Nicolais‘ Berlin und Coelln-Rixdorfe in dene Parkanlagen die Stadtmauern entlange spazirete, auffhielt, so fandt ich zie allenthalben stehn & daumelen ond gannz garzige Raeuberlieder anstimmen, deren Inhalte ich meynem geneygeten Leser zur seyner Schohnung darob nicht gezondert an diesem Orte ausbreyte. Der guenstigste aller Gerstensaefte aus dunckelem Glaswerck flosz in Stroemen, und dem Piratenvolke schien’s zu schmeckn. Warzen wucksen auf derer Nasn, Augn stirten hinab bis zu dene Bauchnabeln, so krumm standen sie teilweize, und kaume ward eyner unter ihnen, dere nicht humpelte! Auch fandt sich niemant eyn, dere dem missgebuertichen Treyben Einhalth geboethe, und zo soffen diese armen Feuerfreszer, Landdiebe, Schachtarbeyter, Kohleklopfer, Kothkoeche, Schlaechterknechte, dasz uns schon vom reynen Anblicke unt im Voruebergehn uebel ward. Ihrer Anzahl in dere ganzen groszen Statt war von Legion, was mich bis ins Marck erschuetterte! Dies liderliche Volck, dies ganze ohngebildte onlaute Halbaffenthume, wie man es aus dene phantastueschsten Reyseberichten von Berlin zu kennen meynt, wardt ueber dieser Statt verteilet & besoffen.

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Acid Mothers Temple in Berlin

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Wir haben’s eigentlich nicht nötig… Aber auf taz.de schreibt ein Julian Weber einen so ausgesprochen falschen, sinnfreien und schülerhaft formulierten Artikel über das Acid-Mothers-Temple-Konzert vom 6.10.2015 in Berlin, dass man aus dem Kopfschütteln nicht herauskommt, sofern man selbst auch vor Ort war. – Halten wir es mit Arno Schmidts Credo: „Opposition muss sein!; schon als bloß=leise Mahnung zum Brilleputzen für Jeden allzu Selbst=Sicheren.“  Und also hinein ins „Vergnügen“…

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Ballade vom depressiven Zündholz

                (frei nach F. Mayröcker)

Treibholz einst, vergangene Fluten ebben ab in mir,
versuche ich das hoelzernmoegliche vor Anbruch der Nacht.
Schal draeugt mein schwarz-verkohlter Kopf über Brotlaibreste,
im Blumengrund schaelt sich ein Wurm. (Herr Jesus, deine Bueste fault.)

Nicht bey dir sein, dich missen muessen, ueberleben ohne dich: Reibung-
sflaeche im Kompost meines Gedankenspiels; Monde vergehen ohne einen Funken,
feucht garpt ein Kohlstueck im Ofen. HARZ schreibt’s übern Firn.

Kaltes Feuer im Nachgewand. Heimwaerts geht die Reyse in Saergen, und
ich kann dir nicht sagen, was mich kaputt gemacht hat.

O ich!

Wann entkomme ich dem ewigen Kreyslauf des Holzrezykelns——-?